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| Staat hält beim Trinkgeld Hand auf |
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25.01.2001
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| Gastronom Arp im Landtag: Erster Schritt wäre Erhöhung des Freibetrages |
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Kiel/Wacken - Heute debattiert der Kieler Landtag einen Antrag des Steinburger Abgeordneten Hans-Jörn Arp. "Die Landesregierung wird aufgefordert, im Bundesrat den Gesetzesantrag des Freistaates Bayern zur Erhöhung des Trinkgeldfreibetrages von derzeit 2400 auf 4200 Mark zu unterstützen." So der knochentrockene Text der Drucksache 15/655 des CDU-Politikers. Die Botschaft ist denkbar einfach. Der 48-Jährige will, dass Kellnerinnen, Pagen und Kofferträger mehr vom Trinkgeld in die eigene Tasche stecken dürfen: "Ich habe es immer für ungerecht empfunden, dass Mitarbeiter, die besonders qualifiziert und freundlich sind, hierfür vom Staat bestraft werden. In Deutschland wird Freundlichkeit bestraft!"
Hans-Jörn Arp weiß, wovon er spricht. Er führt in dritter Generation den "Landgasthof zur Post" in Wacken bei Itzehoe. Drei Mal zeichnete der Hotel- und Gaststättenverband sein Unternehmen als "Landessieger Gastliches Haus" aus. Arp hat Erfolg mit seinem unternehmerischen Mix aus Dorfkneipe, Restaurant mit solider deutscher Küche, Saalbetrieb und Catering. Das Einzugsgebiet ist groß, die Fangemeinde des Landgasthofes wächst seit Jahren. Die 15 Festangestellten und 25 Aushilfskräfte sind begeistert von dem Antrag ihres Chefs: "Da macht der Chef mal was Richtiges", lachte eine Serviererin aus ganzem Herzen. In der Gaststube seines Unternehmens ("Bis auf Heiligabend haben wir immer auf") redet sich der Chef in Rage: "Beim Trinkgeld gilt besonders das Leistungsprinzip, und dieses dürfen wir nicht durch unnötige Steuern bestrafen", sagt Arp, und die vorbeieilende Kellnerin nickt zustimmend, trotz etlicher Schüsseln und Teller, die sie in Richtung Restaurant balanciert.
Sauer ist Arp auch über die ungerechte Behandlung des Service-Personals. "Obwohl auch in anderen Dienstleistungsberufen typischerweise ein freiwilliges Trinkgeld gezahlt wird, werden die Gelder in erster Linie nur in der Gastronomie besteuert." Besonders pingelig seien die Finanzämter an der Ostseeküste. In deren Bereichen existiere eine tägliche Aufzeichnungspflicht. "Ein unverhältnismäßig hoher Aufwand für Arbeitnehmer wie Finanzämter", sagt Ap. Nach einem harten Arbeitstag müssten sich die Mitarbeiter dort noch hinsetzen und alles notieren.
Parallel zu dem Antrag von Hans-Jörn Arp im Landtag wird die CDU-Bundestagsfraktion aktiv. Es sei ein Antrag in Berlin in Vorbereitung, der gleichlautend mit seinem Papier sei, berichtet Arp, dem es wichtig ist, dass auch die Bundestagsabgeordneten seiner Partei sich für mehr Steuerfreiheit beim Trinkgeld stark machen. Jedoch könne dies nur der Anfang sein, unterstreicht der gelernte Koch und Hotelkaufmann mit internationaler Erfahrung. "Eine Abschaffung der Trinkgeldsteuer muss das Ziel sein!" Wenn Staat und Gesellschaft hochmotivierte Servicekräfte wollten, müssten die Rahmenbedingungen stimmen. (Michael Legband)
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Quelle: Die Welt
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22.05.12 - 14.00 h Fraktionssitzung (Kiel, Landeshaus) |
23.05.12 - 10.00 h F A K Wirtschaft (Kiel, Landeshaus) |
29.05.12 - 14.00 h Fraktionssitzung (Kiel, Landeshaus) |

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