|
| Radfahrer ja, Kutsche nein |
 |
|
17.10.2000
|
| Enttäuschte Besucher am Nord-Ostseekanal / Pferdekutscher schaltete Politiker ein |
 |
Wer den Nord-Ostseekanal per Pferdekutsche erobern möchte, hat schlechte Karten. Die Wege am Kanal sind für Gespanne gesperrt - weil zu eng.
Ein Kutscher schaltete jetzt die Politik ein. Kutschfahrten am Nord-Ostseekanal - dies wäre ein Blickfang in jedem Urlaubsprospekt. Kutscher Clans Lahann bringt seit einigen Monaten Einheimischen und 'Touristen die Landschaft rund um den Kanal näher. Doch spätestens, wenn der Kanal in Sichtweite ist, muss der Holstenniendorfer (Kreis Steinburg) wieder umdrehen. Denn die Wege am Kanal sind für Gespanne gesperrt.
Lahann wandte sieh nun an den CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Jörn Arp, der auch tourismus-politischer Sprecher seiner Fraktion ist. Und dieser lud gestern zu einer Kutschfahrt von Hohenhörn nach Wacken. Nicht am Nord-Ostsee-Kanal entlang, denn das ist ja verboten. Warum, das wurde unterwegs geklärt. Mit an Bord: Dieter Goos und Karsten Jasper vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel, Hermann Nottelmann, Bürgermeister aus Holstenniendorf, und Hans Kehlert, stellvertretender Bürgermeister aus Gribbohm. Aus Dithmarschen war der Landtagsabgeordnete Bernd Steincke angereist. Während dieser Lahann noch vorschlug, in dieser Sache auch einen Bundestagsabgeordneten einzuschalten, hatte Hans-Jörn Arp schon gehandelt: Er hatte auch Dietrich Austermann (CDU) im Schlepptau. Auf der gemütlichen Fahrt mit zwei Pferdestärken wurden Gedanken, Wünsche und Ideen ausgetauscht. Dieter Goos erläuterte die Verbote. Die Spurbahn am Kanal sei nur für Radfahrer, Fußgänger und Betriebsfahrzeuge zugelassen. Die Grassoden zwischen der Spurbahn würden durch Pferdehufe herausgeschlagen. Dieses Problem hatte auch Clans Lahann schon erkannt und die Schwengel seines Fuhrwerkes so verändert, dass die Pferde auf dem Beton laufen. Goos sieht aber ein weiteres Problem. Auf der engen Spurbahn müssten Radfahrer ausweichen und in der Vergangenheit sei es auch schon zu Unfällen gekommen. Zudem habe der Radfahrverkehr am NOK sehr stark zugenommen. Die Politiker hingegen sehen im Angebot von Lahann die Umsetzung der Ländlichen Struktur- und Entwicklungsanalyse (LSE). In diesem Rahmen werden auch die Bürger befragt. .,Es gibt viele Anregungen, und die Kutschfahrten gehen genau in diese Richtung", sagte Dietrich Austermann Hans-Jörn Arp betonte, dass ja auch Arbeitsplätze entstehen sollen. So suchten alle Beteiligten nach einer Lösung, während ihnen der Fahrtwind durch die Haare.wehte.
"Wir bringen dieser Geschichte schon Wohlwollen entgegen", stellte Dieter Goos klar. So wäre es zum Beispiel zwischen Burg und Kudensee möglich, einen breiteren Weg zu schaffen, bei Hohenhörn gehe es aber auf Grund der Böschung und der Anpflanzungen auf keinen Fall. Clans Lahann durfte bisher zweimal mit einer Ausnahmegenehmigung am Kanal fahren. Mit den Radfahrern verstehe er sich gut, versicherte er. "Die steigen vom Rad, gehen zur Seite, und freuen sich, dass sie eine Pferdekutsche sehen", hat er die Erfahrung gemacht. Seine Fahrgäste allerdings äußerten ihr Unverständnis.
"Es muss eine Entscheidung tollen", sagte Arp nach einer knappen Stunde Kutschfahrt. Denn Lahann bereite sich auf die nächste Saison vor. Nun sollen Probefahrten stattfinden. Einmal Pferd und Kutsche auf der Spurbahn, dann Pferd und Kutsche neben der Spurbahn, um Platz für Radfahrer und Fußgänger zu lassen. (ta)
|
| |
|
Quelle: Norddeutsche Rundschau
|
|
|
|
22.05.12 - 14.00 h Fraktionssitzung (Kiel, Landeshaus) |
23.05.12 - 10.00 h F A K Wirtschaft (Kiel, Landeshaus) |
29.05.12 - 14.00 h Fraktionssitzung (Kiel, Landeshaus) |

|