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| "Das ist mehr Arbeit, als ich dachte" |
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13.02.2010
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| Immer mitten im Geschehen: Hans-Jörn Arp, hier mit Anke Sporendonk (SSW). Foto: Staudt |
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, vm) Die ersten 100 Tage sind um: Ein persönliches und politisches Portrait der fünf Steinburger Landtagsabgeordneten / Heute: Hans-Jörn Arp
Seit September 2009 ist der Kreis Steinburg erstmals durch fünf Abgeordnete im Kieler Landtag vertreten. Die ersten 100 Tage sind um. Wie sieht die erste politische und auch persönliche Bilanz aus? Welche Aufgaben, Ziele und Wünsche haben Hans-Jörn Arp und Heiner Rickers (beide CDU), Birgit Herdejürgen (SPD), Bernd Voss (Grüne) und Ranka Prante (Linke)? Unser Redaktionsmitglied Volker Mehmel sprach mit den Abgeordneten.
Im politischen Geschäft ist Hans-Jörn Arp ein alter Hase. Nach 16 Jahren in der Wackener Kommunalpolitik sitzt der 57-Jährige inzwischen auch schon zehn Jahre im Landtag. Dennoch gibt es auch für den Christdemokraten noch Überraschungen: "Ich hätte nicht gedacht, dass das so viel Arbeit ist." Die Feststellung bezieht sich auf seine neue Funktion als Mittelstandsbeauftragter der Landesregierung. Das Amt ist höchst umstritten. Kritiker mäkeln, das sei herausgeschmissenes Geld und nur ein Versorgungsposten für verdiente Abgeordnete. Hans-Jörn Arp will diese Stimmen auch durch Tatendrang verstummen lassen. Auf einen ihm zustehenden Dienstwagen habe er verzichtet. "Ich habe ja ein gutes Auto." Und auch die monatlich 900 Euro zusätzlich wären wohl kein Beweggrund. Dennoch ist Arp seit Wochen in unermüdlich unterwegs. "Das macht derzeit 50 Prozent meiner Arbeit aus. Darunter leiden natürlich Freizeit und Privatleben." In seiner neuen Aufgabe will er aber jetzt erst einmal Strukturen aufbauen, Kontakte pflegen und intensivieren – und vor allem eines: dem Mittelstand in ganz Schleswig-Holstein als Ratgeber und Türöffner zur Seite stehen.
Die zweite Herkulesaufgabe sieht der Abgeordnete in dem durch die Finanznot des Landes diktierten Sparkurs. "Im Bereich der Infrastruktur dürfen wir nicht sparen. Ansonsten muss alles auf den Prüfstand." Arp nennt ein Beispiel: "Jeder Beamte, der jetzt eingestellt wird, muss 40 Jahre lang bezahlt werden." Er weiß: Der Erwartungsdruck von Wirtschaft und Bevölkerung ist unglaublich groß. Die Frage sei nur, so fügt er hinzu, ob das Verständnis für die erforderlichen Entscheidungen dann ebenso groß ist. Aus seiner Wahlkreisarbeit nimmt der gelernte Koch und Hotelfachmann die Forderung aus der Bevölkerung mit, endlich Fakten auf den Tisch zu packen.
Seine Arbeit im Landtag hat sich nach zehn Jahren Erfahrung inzwischen eingependelt. Gewissermaßen nebenbei ist Arp auch noch stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Landesschatzmeister seiner Partei. Das Verhältnis zu den übrigen Steinburger Abgeordneten nennt er "kollegial und konstruktiv". Auch zur Fraktion der erstmals im Landtag vertretenden Linken hat er keinerlei Berührungsängste. "Alle wollen doch nur das Beste für unseren Kreis." Bei allem Mit- oder Gegeneinander will Hans-Jörn Arp in der Sache aber "immer hart bleiben". Mitunter kann er dabei auch seinen Mund nicht halten: "Ich bin wohl im Landtag der mit den meisten Zwischenrufen." Im Wahlkreis ist für ihn weiterhin oberstes Gebot, sich um seine Wähler zu kümmern. "Dafür bin ich ja schließlich auch gewählt worden." Er versteht sich als Dienstleister. Der aktuell wieder aufflammenden Diskussion um die Bildung eines Nordstaates kann er nichts Gutes abgewinnen. "Dann würden wir jahrelang auch um kleine Dinge streiten und nehmen das große Ganze gar nicht mehr wahr." Seine Hoffnung: Hamburg muss stark sein – dann hat auch Schleswig-Holstein gut davon.
Und seine Hoffnung bis zum Ende der Legislaturperiode in knapp fünf Jahren ? "Dann soll die A 20 gebaut sein, der Spatenstich für den Elbtunnel gelaufen und wieder Ruhe an unseren Schulen herrschen.“ Insgeheim hofft Arp sicher auch, dann als Mittelstandsbeauftragter eine Erfolgsbilanz vorlegen zu können.
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Quelle: Norddeutsche Rundschau, Volker Mehmel
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