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A20: CDU kämpft gegen Planungsstau - in fünf Jahren rollen die Bagger Pressemeldung drucken
03.09.2004
Kreis Steinburg (vm) Die Landtagswahl im Februar 2005 soll den Kreis Steinburg aus seinem Schattendasein herausholen - und in eine wirtschaftlich blühende Landschaft verwandeln. Das verspricht die CDU, sofern die Wähler sie ans Ruder lässt. Die Christdemokraten fühlen sich hier besonders gut aufgestellt. Mit dem designierten Landtagspräsidenten Martin Kayenburg und dem Finanzminister-Kandidaten Dietrich Austermann haben zwei Itzehoer Aussicht, führende Positionen in Kiel zu bekleiden. Dritter im Bunde ist der rührige Wackener Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp.

"Innerhalb von fünf Jahren wird die A20 auf der vollen Strecke vergabereif sein", kündigt Austermann die entscheidende Wende in der Verkehrspolitik an. Nach seinen Informationen werde im Kieler Verkehrsministerium mit einer Auftragsvergabe nicht vor 2017 gerechnet. "Nicht einmal die Linienführung steht bislang fest", empört sich Hans-Jörn Arp. Diese sei aber entscheidend, um mögliche Investoren für eine Ansiedlung entlang der neuen Verkehrstrasse zu interessieren. Außerdem könne dann mit den betroffenen Landwirten "ohne Zeitdruck vernünftig geredet werden". Das schaffe sofort ein positives Klima im Land.

"Wir müssen den Planungsstau beseitigen", nennt Dietrich Austermann das Rezept für einen Steinburger Aufschwung. Immerhin, so der deutliche CDU-Hinweis, stehe Steinburg landesweit von allen Flächenkreisen am schlechtesten da. "Die Alsen-Ruine vor den Toren von Itzehoe ist doch symptomatisch", findet Martin Kayenburg. "Es gibt keinerlei ausgewiesene Gewerbegebiete. Und wenn doch irgendwo etwas entstehen könnte, dauert es neun Monate bis ein Investor überhaupt eine Antwort auf seinen Planungsentwurf bekommt." Kayenburg hat auch das passende Negativ-Beispiel parat: "Wenn in Steinburg nicht so zögerlich entschieden worden wäre, hätte die Post ihr Briefverteilungszentrum nicht in Elmshorn, sondern bei uns gebaut."

Dietrich Austermann kündigt eine entsprechende Initiative an: "Wir brauchen eine Stelle, die schnell und kompetent entscheidet - und das jeweils innerhalb von acht Wochen." Hans-Jörn Arp fordert dabei eine sehr viel deutlichere Steinburger Ausrichtung zur Millionen-Metropole hin: "Unsere Chancen kommen ganz klar aus Richtung Hamburg." In der engen Zusammenarbeit mit den Hanseaten liegt aus CDU-Sicht ohnehin die Zukunft. Beispiel Hafen: "Man muss nicht alles immer nach Hamburg schaffen. Auch in Brunsbüttel können Massengüter umgeschlagen werden", sagt Austermann. Seine Forderung: Die beiden Elbehäfen müssten unter einem Dach vereint werden. Voraussetzung sei aber auch hierfür der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Ganz oben auf den CDU-Plänen steht daher neben der Nordumgehung von Itzehoe und der Erweiterung der A23-Störbrücke der vierspurige Ausbau der Trasse Itzehoe-Brunsbüttel. Und die Westküstenautobahn müsse am besten gleich über Husum bis an die dänische Grenze verlängert werden.

Austermann wirft der Landesregierung in diesem Zusammenhang massive Versäumnisse bei den Planungsarbeiten unter anderem für den Bundesverkehrswegeplan vor. "Wer fertige Pläne in der Schublade hat, staubt bei der Mittelvergabe auch immer als erster etwas ab", plaudert der erfahrene Bundestagsabgeordnete aus dem politischen Nähkästchen. Seine Forderung: Um Planungen voranzutreiben, müssten diese verstärkt an private Ingenieurbüros vergeben werden. "Stattdessen dünnt die rot-grüne Landesregierung die zuständigen Behörden immer weiter aus", hält der Christdemokrat den von ihm kritisierten Planungsstau für hausgemacht.

Neben der Umsetzung ganz konkreter Vorhaben setzt das Steinburger CDU-Trio aber auch auf politische Visionen. "Die braucht man einfach", betont Martin Kayenburg. Zum Beispiel sieht er in einer Landesgartenschau in Itzehoe "eine Riesenchance". Er mache sich bereits jetzt für eine Bewerbung seiner Heimatstadt in Kiel stark. Kayenburg denkt aber schon weiter: Wenn die Bundeswehr in Nordoe sich künftig aus Teilen des Truppenübungsplatzes zurückzieht, könnte auch der noch immer vorhandene Bahnanschluss für eine gewerbliche Nutzung in Frage kommen. "Man muss nur Ideen und Planungen vorantreiben. Dann kommen Investoren automatisch", pflichtet Hans-Jörn Arp bei. Er nennt als aktuelles Beispiel den Glückstädter Hafen.

Wichtig ist für das Steinburger Dreigespann aber auch die dauerhafte Pflege wirtschaftlicher Beziehungen und Kontakte. "Hat die Landesregierung sich bisher einmal um das Druckhaus Gruner gekümmert?", spielt Hans-Jörn Arp auf die Standort-Diskussion bei Itzehoes größtem Arbeitgeber an. "Man muss mit den Leuten reden", hält auch Dietrich Austermann den ständigen Dialog mit auch mit internationalen Unternehmen für ganz entscheidend.

"Unser Wahl-Motto ist: Drei Steinburger für Kiel", betont CDU-Kreisvorsitzender Hans-Jörn Arp. Die Aussichten für einen Regierungswechsel hält Kayenburg für gut. Austermann verweist auf glänzende Umfragewerte für die Union.

 
Quelle: sh:z - Überregionales
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