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| Die Spielbanken sind vom Glück verlassen |
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19.11.2004
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| Croupier-Protest im Kieler Landeshaus |
Kiel (Peter Höver) - Knapp eine Stunde lang dauerte das politische Pokerspiel, dann vertagten sich die Damen und Herren des Finanzausschusses auf Anfang Dezember. Das Grüppchen Croupiers, das am Morgen aus Westerland und Travemünde nach Kiel angereist war, um auf ihre Not aufmerksam zu machen, zog unverrichteter Dinge wieder ab.
Und die Not ist groß. Vor allem auf Sylt und in Lübecks Nobelvorort sind die Umsätze an den Spieltischen in den Keller gestürzt. Um 29 Prozent sank der Bruttospielertrag in Westerland, um 26 Prozent in Travemünde.
Mit dem Umsatz sinken auch die Einnahmen der Croupiers. Die kommen über Trinkgelder der Spielbankbesucher wesentlich aus dem Tronc. Nach Abzug einer für gemeinnützige Zwecke reservierten Abgabe von einem bis sechs Prozent wird der Rest an die Mitarbeiter ausgeschüttet.
Geht es nach der CDU, dann setzt das Land die Tronc-Abgabe befristet aus, um den Croupiers unter die Arme zu greifen. Deren Monatseinkommen sei nach Einbußen von bis zu 40 Prozent „an die Grenze zum Existenzminimum“ gefallen, weiß der CDU-Abgeordnete Hans-Jörn Arp.
Doch Arp geht noch weiter. Auch die Spielbankenabgabe von 80 Prozent des Bruttospielertrages würde er gern senken. Dann, so Arps Kalkül, könne investiert und die Attraktivität der Spielbanken gesteigert werden. Die strahlten mancherorts „den Charme der 60er Jahre aus“.
Kehrseite der Medaille: Die Spielbanken Schleswig-Holstein GmbH, eine Tochter der HSH-Nordbank, an der wiederum das Land beteiligt ist, führt die Abgabe in den Landesetat ab. Mit dem Geld werden dort Projekte aus Kultur, Sport und Umwelt finanziert. Würde die Spielbankabgabe um zehn Prozent gesenkt, so stünden knapp drei Millionen Euro weniger für diese Zwecke zur Verfügung.
SPD-Abgeordnete zeigten den Croupiers im Saal denn auch die kalte Schulter. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Holger Astrup, empfahl ihnen kühl, lieber vor dem Haus der HSH Nordbank zu protestieren. Das Thema gehöre nicht auf den Tisch des Finanzausschusses.
Eine „unterirdische Debatte“, resümierte anschließend der bei der Gewerkschaft Verdi für die Spielbanken zuständige Horst Jaguttis das Null-Ergebnis der Runde. Die „personifizierte Arroganz des Herrn Astrup“ habe ihm „körperliche Schmerzen bereitet“, so der Gewerkschafter, der im Übrigen das Land selbst als Hauptschuldigen dafür ansieht, dass das Tronc-System „weggeknallt“ sei. Das habe eine Spielbankendichte zwischen Nord- und Ostsee zugelassen, die gemessen an der Bevölkerung Schleswig-Holsteins doppelt so hoch liege wie im Bundesdurchschnitt.
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Quelle: sh:z - Überregionales
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22.05.12 - 14.00 h Fraktionssitzung (Kiel, Landeshaus) |
23.05.12 - 10.00 h F A K Wirtschaft (Kiel, Landeshaus) |
29.05.12 - 14.00 h Fraktionssitzung (Kiel, Landeshaus) |

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