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| Heeresflieger: Der Kampf geht weiter |
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12.01.2001
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Der Hungrige Wolf gehört zu den drei Heeresflieger-Standorten, die geschlossen werden sollen. Ein entsprechendes Papier hat der Inspekteur des Heeres Verteidigungsminister Scharping zur Beratung vorgelegt. Das sagte gestern der CDU-Abgeordnete Austermann in Hohenlockstedt.
Die Situation scheint fast aussichtslos, doch aufgeben wollen die Beteiligten nicht. Mit Unterschriftenlisten und einigen anderen Aktionen wollen die Hohenlockstedter und einige umliegende Gemeinden für den Bundeswehr-Standort Hungriger Wolf kämpfen. Das wurde gestern Mittag bei einer Versammlung deutlich, zu der der CDU-Ortsverband unter anderem die Personalräte der Heeresflieger, verschiedene Bürgermeister sowie den Bundestagsabgeordneten Dietrich Austermann und den Landtagsabgeordneten Hans-Jörn Arp eingeladen hatte.
Für Dietrich Austermann, der kurz vor der Versammlung noch mit dem für die Bundeswehr-Strukturreform zuständigen Staatssekretär telefoniert hatte, sieht die Situation nicht rosig aus. Dienstag sei dem Verteidigungsminister der Vorschlag des Inspekteurs des Heeres vorlegt worden. Als einer von drei Heeresflieger-Standorten, die geschlossen werden sollen, sei in dem Papier Hungriger Wolf genannt. Als Alternative sei noch Faßberg/Niedersachsen vorgesehen. Zur Zeit werde auf der Hardthöhe Standort für Standort durchgegangen. Austermann erwartet jedoch jetzt noch keinen formalen Beschluss des Verteidigungsministers, sondern die Weitergabe des "Schwarzen Peters“ an die Länder.
Diese sollen dann sagen, wo sie innerhalb ihrer Landesgrenzen ihre Schwerpunkte bei den Standorten sehen, sagte Austermann zum weiteren Verfahren. Nächste Woche solle die Feinausplanung erfolgen, Ende Januar könnte Scharping die Entscheidung dann bekanntgeben. Endgültig werde der Bundestag über die Strukturreform beschließen, eventuell im März. Dieser Zeitpunkt könne jedoch noch verschoben werden, weil die Koalition erst die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg abwarten wolle.
Nur mit Hilfe der politischen Ebene könne die Schließungs-Entscheidung noch umgebogen werden, glaubt Dietrich Austermann. Alle müssten dabei mithelfen, appellierte er auch an die SPD. Der Landtagsabgeordnete und CDU-Vorsitzende Hans-Jörn Arp forderte darüber hinaus Ministerpräsidentin Heide Simonis auf, die Standortfrage endlich zur Chefsache zu machen.
Mithelfen, den Standort zu retten, wollen die drei Bürgermeister Axel Kunkel (Wacken), Hans-Heinrich Barnick (Schenefeld) und Johannes Hansen (Hohenaspe). Sie werden die Unterschriftenlisten auslegen, die ihr Hohenlockstedter Kollege Rüdiger Blaschke initiiert hat. Beim Neujahrsempfang am morgigen Sonntag, (14. Januar, 11.30 Uhr Aula Grundschule) sollen die Listen vorgestellt werden.
"Auf nach Berlin“ forderte Dieter Thara von der Hohenlockstedter CDU. Auf seine Anregung hin soll die Unterschriftenliste von einer Hohenlockstedter Delegation direkt dem Verteidigungsminister oder zumindest dem Staatssekretär übergeben werden. Gedacht ist auch daran, Heide Simonis vor der nächsten Landtagssitzung eine Uhr mit dem Hohenlocktstedter Wahrzeichen, dem Wasserturm, zu übergeben. Die Zeiger sollen auf zwei Minuten vor zwölf stehen. Bei dieser Gelegenheit soll die Ministerpräsidentin auch nach Hohenlockstedt eingeladen werden, wo ihr die Argumente für den Erhalt des Standortes noch einmal nahe gebracht werden sollen.
Überlegt wird außerdem, an den Ortseingängen Schilder anzubringen. Aufschrift: "Hohenlockstedt muss Bundeswehrstandort bleiben“. Diese Idee brachte Dietrich Austermann aus Albersdorf mit. Die Schließungs-Problematik müsse noch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gebracht werden, hieß es dazu in der Runde. (jo)
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Quelle: Norddeutsche Rundschau
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