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Pressemeldung vom 05.11.2007

Kreis-Altpapier zu teuer für Papierfabrik
 
Glückstadt – Rund eine Million Euro – diese Einnahmen erwartet der Kreis Steinburg im kommenden Jahr aus der Sammlung von Altpapier. Rund 9,4 Millionen Kilogramm werden hochgerechnet von Bürgern in 2008 gesammelt. Papier, das letztlich von einem Zwischenhändler weiter verkauft wird und nicht in der Region bleibt.

Altpapier – dies war auch ein Thema bei einem Pressegespräch bei Steinbeis Temming. Dort hatten sich der CDU-Landtagsabgeordente Hans-Jörn Arp sowie die Glückstädter CDU-Politiker Dr. Hans-Georg Helm und Uwe Neumann eigentlich über das geplante Kraftwerk bei Geschäftsführer Michael Söffge erkundigt.

Während des Pressegespräches wurde auch über steigende Energiekosten und letztlich über Preise für Altpapier gesprochen. Daraus wird bei Steinbeis Temming Recycling-Papier hergestellt. Der Rohstoff kommt heute aus dem Hamburger Bereich. „Das Altpapier aus dem Kreis Steinburg ist das teuerste in ganz Deutschland“, erklärte Michael Söffge, warum das Unternehmen keines aus der hiesigen Region kauft.

Für teures Altpapier aus Deutschland gibt es einen Abnehmer: China. Die Chinesen würden jährlich zurzeit zwei Millionen Tonnen Altpapier für ihre eigene Herstellung von Papier aufkaufen, erklärt der Geschäftsführer. „Die Steigerungsrate beträgt 30 Prozent pro Jahr.“

Diese Dimension war neu für die CDU-Politiker. Gleiches galt für die Folgen. Dr.Helm: „Papiertourismus macht ökologisch keinen Sinn.“ Zudem könne es nicht sein, dass Firmen wie Steinbeis Temming vor Ort nicht wirtschaftlich arbeiten können. 260000 Tonnen Altpapier verarbeitet das Unternehmen pro Jahr. Helm will das Thema im Wirtschaftsausschuss des Kreises besprechen.

Doch den Beteiligten war auch klar, dass der Kreis nach den Vorgaben der EU die Entsorgung des Altpapiers öffentlich ausschreiben muss. Und dass der Kreis möglichst hohe Einnahmen aus dem Altpapier erzielen will.

Bisher habe das Unternehmen langfristige Verträge mit Händlern gehabt und konnte so kalkulieren, erklärte Söffge. Das falle in Zukunft weg. Das Unternehmen arbeitet jetzt daran, eigene Lösungen zu finden.

Ein weiteres Thema war das geplante Kraftwerk und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Arp: „Ich freue mich, dass es hier aufwärts geht.“ Er gratulierte zu der hohen Investition und versprach als Landtagsabgeordneter zu helfen.

Söffge wertete den Besuch „als positives Signal“ von Seiten der Politik. „Wir können Unterstützung gebrauchen.“ (CHRISTINE REIMERS)
 
Quelle: sh:z